V E R E I N S N A M E N . D E

-  Z e n t r a l s t e l l e   f ü r   d e u t s c h e   F u ß b a l l - V e r e i n s n a m e n  -



Einstieg    • Sammlung Bezeichnungsnamen    • Sammlung Wortnamen    • Vertiefungen
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Klarheit beim Namensaufbau    • Ausschlußgruppen    • Sprachliche Einbindung
Konkrete Angleichungen    • Personenbenennung als Anhalt    • Die Wunschvorstellung
„Sündenpfuhl“




Angleichungen bei konkreten Namen



Klub“ ist ohne Ausnahme mit K zu schreiben !!! Einzelnstehende Cs sind ein Merkmal der romanischen Sprachen wie Französisch, Italienisch und Spanisch, denen es im Gegenzug am K fehlt, sowie des Englischen. Umge­kehrt trägt die Abwesenheit dieses Cs maßgeblich mit zur Eigenart unserer deutschen Sprache bei. Man erinnere sich an die Auflösung von „ck“ im Trennfall zu „k-k“! Wenn wir Vielfalt wollen, müssen wir den eigenen Laden schon in Ordnung halten. Es gibt da überhaupt nichts zu diskutieren. Jemand, der trotz längst vorhandenen Lehnworts (Klub) ein Fremdwort (Club) einschleust, welches obendrein wiederum wie das Lehnwort auszusprechen sei, gehört von der Sprach­gemeinschaft kaltgestellt. Die Schreibweise „Club“ kann vielleicht für austauschbare Musik- und Erotikschuppen verwendet werden, die kein dauerhaftes Volksgut verkörpern, evtl. auch für Fangruppen, aber nie und nimmer im Sinne von „Verein“ für dermaßen bedeutende Kulturträger wie Fußballklubs. Die vorbelasteten Buchstabenfolgen „FKK“, „KO“ und „KZ“ müssen entweder umgangen oder noch besser offensiv besetzt werden.


Hinter vorgeschaltetem „1.“ erscheint keine Leerstelle. Derzeit erblickt man beide Möglichkeiten im munteren Wechsel. Mehrheitlich wird ein Leerzeichen gesetzt - fragt sich nur wozu. So allein umher­schwirrend läuft das „1.“ Gefahr, für ein Stück Tabellen- oder Spielstatistik gehalten zu werden. Außerdem bildet es ja gar keinen eigenständigen Teil des Vereinsnamens, bezieht es sich inhaltlich doch direkt auf den nachfolgenden Bezeichnungsnamen.


Sport-“ wird mit „S“ abgekürzt, „Spiel-“ mit „Sp“, „Verein“ mit „V“, „Vereinigung“ mit „Vgg“. Diese Regel würde den ausgeuferten Sumpf rund um diese vier Wörter trockenlegen (s. Namenssammlung). Übrig blieben untereinander die Kombinationen Sportverein = SV, Spielverein = SpV, Sportvereinigung = SVgg, Spielvereinigung = SpVgg. Davon muß man die beiden mittleren, obwohl durchaus wohlgestaltet, sogar als entbehrlich ausweisen. Während die deutliche Entfernung zwischen SV und SpVgg eine unterschiedliche Gebrauchsweise erklären kann, weichen SpV und SVgg die Grenze zwischen den als Abkürzung und den lang auszusprechenden Namen buchstäblich vollkommen auf. Zweifellos lang auszusprechen, läßt sich keine befriedigende Antwort darauf finden, weshalb dies bei zwei Namen so sein sollte, die doch jeweils nur ein Tickchen neben SV liegen (mit FVgg verhält es sich bezüglich FV zwar genauso, aber FVgg schließt sich dann gewissermaßen nur SpVgg an). Wo „Sport-“ und „Spiel-“ zusammen auftreten, bei SSV und SuS, geht „Spiel-“ ausnahmslos voran und braucht dann keine Kennzeichnung durch das p. „BSV“ kann selbsterklärend nur noch für „Ballsportverein“ stehen, so daß „BV“ allein für „Ballspielverein“ frei wird. Neben der allgemein wünschenswerten Offenkundigkeit der Vereinsnamen hätte eine solche Norm handfeste praktische Vorteile: Der Spiel-/Sport-Frage kommt größte Bedeutung zu, weil viele Namen aus dem geschilderten Sumpf eben lang auszusprechen sind. Und nach der Verein-/Vereinigung-Frage richtet sich nichts Geringeres als das grammatische Geschlecht. Woher soll man denn wissen können, daß es die SV Ried, die Kieler SV Holstein, die SV Elversberg, die Kapfenberger SV und die STV Horst-Emscher + lauten muß?! Da es in anderen germanischen Sprachen nur die Entsprechung zu „Vereinigung“ gibt, nicht zu „Verein“, erfordern übrigens sämtliche betroffenen Klubs den weiblichen Artikel (z.B. PSV Eindhoven, Brøndby IF, Malmö FF). Auf den Kehrichthaufen gehört auch die bis heute anzutreffende Schreibweise von „SpVgg“ mit Abkürzungs­punkt(en). Das abschließende g stammt doch vom Ende des Wortes „Vereinigung“, danach ist sowieso Schluß, und ein etwaiger verbleibender Punkt hinter dem p störte dann umso mehr.





Die furchtbar unbequemen „Sportfreunde“ warten darauf, in Form gegossen zu werden. Als klänge ihr Wortlaut für einen ernsthaften Fußballverein nicht schon reichlich putzig und ehrgeizlos, untergräbt ihre Plural-Eigenschaft ohne richtiges Grundwort den deutschen Namensaufbau, und die meist ausgeschriebene Fassung ist für einen Bezeichnungs­namen untragbar. Das Kürzel „SF“ kommt aber auch nicht aus dem Knick. Erstens läßt sich schnell ein rechtschreib­schwacher „Sportverein“ dahinter vermuten, zweitens haben wir nach SV, SC/SK, SG, SB bald das ganze Alphabet durch. Man könnte diesen Namen ruhig tilgen - wäre da nicht die sehr beachtliche Kürzel­möglichkeit „Spfr“. Die Güteklasse dieses Erscheinungsbilds eröffnet sich bereits im Vergleich mit der ansich logischeren, aber ungehobelten Schreibweise „SpFr“. Und weil „Spfr.“ mit Punkt so eindeutig besser aussieht als ohne, wehrt sich Vereinsnamen.de bei diesem Einzelfall nicht dagegen (es wären ja nicht die alleinigen Punkte unter Vereinsnamen, „1.“ und abgekürzte Wortnamen sind auch noch zugegen). Alle Klubs dieses Namens haben selbigen demnach als „Spfr.“ aufzuführen, gesprochen natürlich immer „Sportfreunde“. Ob „Spfr.“ auch als Kurzform geeignet ist, oder ob einheitlich nach dem Muster „Spfr. Katernberg = SFK“ entstehende Kurzformen abzuleiten sind, wäre noch zu überlegen. Die zuvor aufgestellte Regel müßte jedenfalls wie folgt abgewandelt werden: „S“ steht immer für „Sport-“, mit „Sp“ gibt es die beiden festen Namen SpVgg (Spielvereinigung) und Spfr. (Sportfreunde), und „Spiel-“ taucht ansonsten nur vorne in SSV und SuS sowie unsichtbar in BV und Vergleichbarem auf.


Für die TuS/TuSpo/TuRa/SuS-Gruppe ist, ob mit Ortsname dran oder nicht, die artikellose Ansprache vorzuschlagen. Weil das jeweilige Grundwort nur verborgen vor sich hinschlummert, so es nicht tatsächlich fehlt (!), neigen wir mit unserem Sprachgefühl einfach zu stark zur ungeschlechtlich-neutralen Einstufung dieser Namen. Dagegen kann man nicht tagaus tagein ankämpfen. Wir sagen und schreiben also „bei TuS“, „gegen SuS“, „von TuSpo“, usw. Zupaß kommt uns da auch die Entstehungsgeschichte von SuS aus „Spiel und Sport“ heraus (s. „Vertiefungen / Erfinder bzw. Einführer“). Ohne diese Bestimmung müßten wir nicht nur ständig unseren Instinkt überlisten, sondern stünden andauernd vor dem Problem, daß die Namen sich in ihren Grundwörtern undurchschaubar auf verschiedene grammatische Geschlechter aufspalten, zwar mit den allermeisten Klubs auf der männlichen Seite, ausgerechnet dem Branchenführer TuS Koblenz jedoch auf der weiblichen. Es bliebe nichts anderes übrig, als die gesetzmäßige Einheitslösung „-verein“ festzulegen. Der bestenfalls weiblich anmutende Name TuRa bräuchte noch abweichend davon die Vorgabe „-vereinigung“. Und soviel Willkür wäre dann auch nicht mehr vertretbar.


Die restlichen Minenfelder unter der Bezeichnungsnamen seien kurz abgehandelt. „G“ steht ausschließlich für „-gemeinschaft“. Es ist kein Anlaß ersichtlich, sich davon mit der elitären „-gesellschaft“ oder der kirchlich angehauchten „-gemeinde“ abzugrenzen. Fruchtlose Wortklaubereien sind eine Untugend. Deswegen reicht bei der Voranstellung „A“ die Bedeutung „Allgemeine/r“ auch völlig aus. Die Namen VfB und VfR sollten so verläßlich definiert sein wie VfL (Verein für Leibesübungen). Vorgeschlagen wird einheitlich „Verein für Bewegungsspiele“ bzw. „Verein für Rasensport“. Traurigerweise können wir uns auch den selbstverständ­lichsten Hinweis nicht ersparen: Alle Bezeichnungsnamen müssen ein Grundwort (Verein, Klub, usw.) beinhalten. Den Boykotteuren genügt es aber leider nicht, in der hiesigen Sammlung eine eigene Abteilung erhalten zu haben, nein, mit „Rasenballsport“ „Leipzig“ verwüstet man jetzt auch die Bundesliga.





Im Lager der Wortnamen besteht Ordnungsbedarf bei den „Vereinsnamen gemäß den Vereinsfarben“. Um den Kerngedanken nicht überzustrapazieren, sollten diese sich immer aus genau zwei der sechs heraldischen Farben zusammensetzen (daß Weiß und Gelb fachgerecht als „Metalle“ anzusprechen sind, tut hier nichts zur Sache). Klubs, die drei Vereinsfarben ihr Eigen nennen, müssen sich in anderen Namensgattungen umsehen. Solche mit Sonderfarben auch, solange die weiteren Farbtöne neben braun (weinrot, hellblau, dunkelblau, lila, orange) vom Volk keine einsilbrigen, deutschsprachigen Bezeichnungen erhalten haben. Wäre lila als „veil“ und orange als „kreß“ bekannt, könnten wir durchaus die Reihe Veil-Weiß, Braun-Weiß, Schwarz-Kreß aufstellen. Zurück zu den Grundzügen. Die beiden Farben werden in zwei Wörtern aufgeführt und per Bindestrich miteinander verbunden. „Weiß“ schreibt sich nach sämtlichen Rechtschreibregeln mit ß. Aller gegenteiligen Beispiele zum Trotz sollte Einigkeit darüber bestehen, daß zum Erzielen eines in sich ruhenden Gesamteindrucks der obere Streifen von Fahnen und die linke Seite von Wimpeln der dunkleren Farbe gehört (die Farbverteilung auf der Spielkleidung ist wieder ein ganz anderes Thema). Demzufolge müßte die dunklere Farbe unter dem etwaigen Punkt „Vereinsfarben“ in der Satzung auch zuerst genannt werden, und bei einem „Vereinsnamen gemäß den Vereinsfarben“ kann es schon gar nicht anders sein. Für die drei etwa gleich dunklen Farben wird der Anwendungsschlüssel „Blau vor Grün vor Rot“ empfohlen. Nach alledem umfaßt unsere abschließende Liste 14 Namen: Blau-Weiß, Rot-Weiß, Grün-Weiß, Gelb-Weiß; Schwarz-Weiß; Schwarz-Blau, Schwarz-Rot, Schwarz-Grün, Schwarz-Gelb; Blau-Rot, Blau-Gelb, Rot-Gelb, Grün-Rot, Grün-Gelb (Blau-Grün ist hinfällig). Wahrscheinlich hatten sich die Pioniere dieser Namensgattung von der Feststellung leiten lassen, daß das Wort „Weiß“ auf dem zweiten Posten knallt wie ein Peitschenschlag. Beziehen wir diese ästhetische Überlegung mit ein, ist es leicht verständlich, warum Namen mit Weiß prozentual zurecht nochmals deutlich zahlreicher sind, als es dem ohnehin hohen Vorkommensgrad als Vereinsfarbe entspräche - vor allem die Diskrepanz zu Schwarz-Gelb fällt auf. Soweit, so gut. Das größte Problem verursacht diese Namensgattung mit ihren schriftlichen Abkürzungen. Benennungen wie RW Erfurt, BW Vorderweidenthal, SW Rehden sind entschieden abzulehnen, weil sie das optische Hoheitsgebiet der Bezeichnungsnamen betreten! Stattdessen müßte es R.-W. Erfurt, B.-W. Vorderweidenthal, S.-W. Rehden heißen! Grün und Gelb können gleichermaßen mit „G.“ abgekürzt werden, zumal es innerhalb der 14 möglichen Namen fast keine Verwechslungsgefahr gibt, wenn man weiß, daß Gelb-Weiß und Schwarz-Grün äußerste Seltenheiten darstellen (ansonsten: Grün = Gr., Gelb = Gb.).