V E R E I N S N A M E N . D E

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Einstieg    • Sammlung Bezeichnungsnamen    • Sammlung Wortnamen    • Vertiefungen
Namentliche Werdegänge    • Zeitgeschehen    • Vereinsnamen-Knigge    • Geschichtswerke



Vorbemerkungen    • Erstligisten    • Zweitligisten    • Drittligisten    • Weitere Klubs
Schweizer Klubs    • Österreichische Klubs




Namentliche Werdegänge der Erstligisten


Hertha BSC
1892: Gründung des Berliner FC Hertha 1892. 1893: Übernahme der Jugendabteilung des Berliner FC Allemania. 1894: Gründung des Berliner FC Sevilla. 1895: Gründung des ASC Berlin (ASC = Amateur-Sportclub). 1896: Gründung des SC 1896 Berlin. 189?: Gründung des Berliner FC Markomannia. 1899: Fusion zwischen dem ASC Berlin, dem SC 1896 Berlin und dem Berliner FC Markomannia zum SC 95/96 Berlin. 1905: Umbenennung des SC 95/96 Berlin in Berliner SC 95/96. 1906: Anschluß des Berliner FC Sevilla an den Berliner FC Hertha 1892. 1912: Übertritt zahlreicher Mitglieder des VfB Zehlendorf 03 zum Berliner FC Hertha 1892 und Bildung dessen „Abteilung Zehlendorf“ (Zehlendorf ist ein damals noch nicht eingemeindeter Stadtteil Berlins). 1914: Abspaltung der Abteilung Zehlendorf als FC Hertha 06 Zehlendorf. 1923: Fusion zwischen dem Berliner FC Hertha 1892 und der Fußballabteilung des Berliner SC 95/96 zu „Hertha, Berliner SC“, genannt „Hertha BSC“. Der Berliner SC 95/96 umging damit den wegen unerlaubter Geldzahlungen verhängten Verbandsausschluß. 1930: Abspaltung der dem Berliner SC 95/96 zuzurechnenden Bestandteile und deren Rückkehr zum Ursprungsverein. Gegen eine Abfindung legte Hertha BSC das „BSC“ trotzdem nicht ab, da man unter diesem Namen als viermaliger deutscher Vizemeister reichsweit bekanntgeworden war. 1945: Auf alliiertes Geheiß Zwangsauflösung von Hertha BSC und Zwangsgründung der SG Gesundbrunnen (SG = Sportgruppe; Gesund­brunnen ist eine Ortslage in Berlin), in der auch der SV Norden-Nordwest Berlin aufgefangen wurde. 1949: Nachdem die Umbenennung der SG Gesundbrunnen in „Hertha NNW“ platzte, Auflösung derer, und Wieder­gründung von Hertha BSC (sowie auch des SV Norden-Nordwest Berlin). 1950-1951: Nach Aufnahme zahlreicher geflüchteter Spieler der SG Friedrichstadt aus Dresden, vormals Dresdner SC, eine Saison lang Spielbetrieb als „Hertha BSC/DSC“.


Werder Bremen
1899: Gründung des FV Werder 1899 (ohne Ortsname). 190?: Verstärkung durch Mitglieder der Jugendabteilungen der Rugby-Klubs FV Bremen und Bremer FC 1900 sowie von einem Verein namens Senta Bremen. 1914-1914: Kurzzeitige Eingliederung in den Turnverein ABTV 1860 (ABTV = Allgemeiner Bremer Turnverein; ohne ausgeschriebenem Ortsnamen) und Bildung dessen Fußballabteilung unter dem Namen „Sportabteilung Werder des ABTV“ (ohne ausgeschriebenem Ortsnamen). 1920: Umbenennung des FV Werder 1899 in SV Werder 1899 (vermutlich weiterhin ohne Ortsname). 1945: Nach von den Alliierten verhängtem Namensverbot Fusion mit den Resten der fußballosen, vom NS-Regime verbotenen Vereine TV Vorwärts Bremen und „Freie Schwimmer 1910 Bremen“ zu TuS Werder 1945 Bremen. 1946: Nach von den Alliierten verhängtem Namensverbot - der Klub war auf einem Spielankündigungsplakat in Delmenhorst schlicht als „Werder“ bezeichnet worden und erinnerte damit zu sehr an den Vorkriegsverein - Umbenennung in SV Grün-Weiß 1899 Bremen. 1946: Nach von den Alliierten verhängtem Namensverbot Umbenennung in SV Werder Bremen, da sich die Alliierten nun an der Jahreszahl 1899 störten, merkwürdigerweise aber nicht mehr an „Werder“. 19??: Umbenennung in SV Werder 1899 (ohne Ortsname).




Borussia Mönchengladbach
189?: Gründung des FC Germania München-Gladbach („München-Gladbach“ war die damalige Schreibweise von Mönchengladbach). 1899: Abspaltung eines FC Borussia München-Gladbach. 1900: Beitritt des FC Borussia München-Gladbach zur örtlichen Religionsgemeinschaft „Marianische Jünglings-Congregation“, da diese über ein Spielfeld verfügte. 1900: Formale Gründung des FC Borussia 1900 München-Gladbach innerhalb der Religionsgemeinschaft. Evtl. wurde zunächst noch der Name des Stadtteils Eicken drangehängt, zumindest erschien er im Wappen. 1903: Austritt aus der Religionsgemeinschaft. 1919: Fusion zwischen dem FC Borussia 1900 München-Gladbach und dem Turnverein TV Germania 1889 München-Gladbach zum VfTuR 1889 München-Gladbach (VfTuR = Verein für Turn- und Rasensport). Auf den Dressen trug die Mannschaft - obwohl nicht offizielles Wappen - eine „89“ (s. Bild). 1921: Abspaltung der Fußballabteilung als „Borussia VfL 1900“ (vermutlich ohne Ortsname), also Aufhebung der Fusion von 1919. 1933: Auf Geheiß des NS-Regimes Zwangsfusion zwischen „Borussia VfL 1900“ und dem SC 1894 München-Gladbach zum SC Borussia München-Gladbach. 1934: Aufhebung der Fusion. 1961: Die Änderung des Orts­namens zu Mönchengladbach hatte wohl nur Einfluß auf die Umgangsbezeichnung, da im genauen Vereinsnamen laut Satzung zumindest heute kein Ortsname vorkommt.


Bayern München
1897: Aufnahme des Fußballspiels im MTV 1879 München. 189?: Aufnahme des Fußballspiels im ISC München (ISC = Internationaler Sportclub). 1899: Umbenennung des ISC München in Münchener SC. 1900: Abspaltung eines Münchener FC Bayern vom MTV 1879 München. 1906: Anschluß des Münchener FC Bayern an den Münchener SC, daraufhin Auftreten dessen Fußballabteilung als „FC Bayern, FA des MSC“, letztlich als FC Bayern München. 1919: Abspaltung der Fußballabteilung des Münchener SC und deren Fusion mit dem Turnverein TV Jahn München zum TuSpV Jahn München (TuSpV = Turn- und Sportverein). 1924: Abspaltung der Fußball­abteilung des TuSpV Jahn München als FC Bayern München (im Zuge der deutschlandweiten „Reinlichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern). 1939-1939: Kurzzeitige Kriegsspielgemeinschaft (Name unbekannt) mit dem FC Alte Haide München, vom NS-Regime bald verboten.


Borussia Dortmund
190?: Bildung einer Fußballgruppe in der Jugendabteilung der Dortmunder Religionsgemeinschaft Dreifaltigkeits­gemeinde. 1909: Abspaltung der Fußballgruppe als Fußballverein BV Borussia 09 Dortmund. 19??: Entstehung von Rhenania Dortmund. 19??: Entstehung von Britannia Dortmund. 19??: Entstehung von Deutsche Flagge Dortmund. 1912: Weil sie mangels Statuten nicht in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen wurden, Anschluß von Rhenania Dortmund, Britannia Dortmund und Deutsche Flagge Dortmund an den BV Borussia 09 Dortmund. 1945-1945: Kurzzeitige Fusion der latenten Vereine BV Borussia 09 Dortmund, FS 98 Dortmund (FS = Freier Sportverein) und WSG Hoesch (WSG = Werksportgemeinschaft; Hoesch = Werksname) zur SG Borussia 98 Dortmund. 1945: Wiedergründung des BV Borussia 09 Dortmund, laut Satzung „BV Borussia 09 in Dortmund“ (sowie auch des FS 98 Dortmund).


SC Freiburg
1904: Gründung des Freiburger FV 04. 1904: Gründung des FC Schwalbe Freiburg. 1905: Umbenennung des FC Schwalbe Freiburg in FC Mars Freiburg. 1909: Umbenennung des FC Mars Freiburg in FC Union Freiburg. 1910: Infolge Antrags des Lokalrivalen Freiburger FC, der eine Verwechslungsgefahr sah, Umbenennung des Freiburger FV 04 in SV 04 Freiburg. 1912: Fusion zwischen dem SV 04 Freiburg und dem FC Union Freiburg zum SC Freiburg. 1918-1919: Kriegsspielgemeinschaft (KSG Freiburg) des SC Freiburg mit dem Freiburger FC. 1919: Anschluß des SC Freiburg an die FT 1844 Freiburg (FT = Freiburger Turnerschaft) und Bildung deren Fußballabteilung unter dem Namen „FT 1844/ SC Freiburg“. 1924 oder 1928 (unklar): Abspaltung der Fußballabteilung als SC Freiburg (sollte es 1924 geschehen sein, wäre der Vorgang sicherlich der deutschlandweiten „Reinlichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern zuzuordnen). 1938: Erneuter Anschluß des SC Freiburg an die FT 1844 Freiburg zur „FT 1844/ SC Freiburg“. 1946: Nach von den Alliierten verhängtem Namensverbot Umbenennung der FT 1844 Freiburg samt „FT 1844/ SC Freiburg“ in VfL Freiburg. 1950: Rückbenennung in „FT 1844/ SC Freiburg“ bzw. FT 1844 Freiburg. 1952: Abspaltung der Fußballabteilung als SC Freiburg.


Mainz 05
1905: Gründung des 1. Mainzer FC Hassia 05. 1906: Aufnahme des Fußballspiels im Mainzer TV 1817. 1907: Abspaltung der Fußballabteilung des Mainzer TV 1817 als FC Hermannia 07 Mainz. 1908: Gründung des SV 1908 Mainz. 1912: Fusion zwischen dem 1. Mainzer FC Hassia 05 und dem FC Hermannia 07 Mainz zum 1. Mainzer FC Hassia-Hermannia 05. 1912: Umbenennung des 1. Mainzer FC Hassia-Hermannia 05 in 1. Mainzer FV 05. 1917-1918: Kriegsspielgemeinschaft (Name unbekannt) zwischen dem 1. Mainzer FV 05 und dem SV 1908 Mainz. 1919: Fusion zwischen dem 1. Mainzer FV 05 und dem SV 1908 Mainz zum 1. Mainzer FSV 05. 19??: Gründung des Reichsbahn SV Mainz. 1938: Auf Geheiß des NS-Regimes Zwangsfusion zwischen dem 1. Mainzer FSV 05 und dem Reichsbahn SV Mainz zum Reichsbahn SV Mainz 05. 1945: Umbenennung in 1.FSV Mainz 05.




Hamburger SV
1888: Gründung des Hamburger FC 1888, der intern in der 1. Halbzeit Rugby und in der 2. Halbzeit Fußball zu spielen pflegte. 1891: Aufnahme des Fußballspiels im Leichtathletik-Verein SC Germania 1887 (ohne Ortsname, aus Wandsbek, einem damals noch nicht eingemeindeten Stadtteil Hamburgs). 1894: Anschluß des Rugby-Vereins Hohelufter FC an den Hamburger FC 1888. 1895: Anschluß des soeben gegründeten FC Victoria 1895 Hamburg an den Hamburger FC 1888 und Bildung dessen Jugendmannschaft unter dem Namen „Victoria-Schüler“. 1898: Abspaltung des FC Victoria 1895 Hamburg vom Hamburger FC 1888. 1???: Anschluß eines Vereins unbekannten Namens an den Hamburger FC 1888 und Bildung dessen Jugendmannschaft. 1906: Gründung des FC Falke 06 Eppendorf (Eppendorf ist ein Stadtteil Hamburgs). 1914: Nachdem im Jahr zuvor eine Umbenennung in Hamburger SC wegen Verwechslungs­gefahr mit einem anderen Verein vom Amtsgericht abgelehnt worden war, Umbenennung des Hamburger FC 1888 in Hamburger SV 1888. 1917-1917: Kriegs­spielgemeinschaft (SV Germania-Herta 87 Hamburg) des SC Germania 1887 mit dem SV Uhlenhorst-Herta (Uhlenhorst ist ein Stadtteil Hamburgs; Herta ist ein Wortname). 1918-1918: Kriegs­spielgemein­schaft (KV Victoria/88 Hamburg) des Hamburger SV 1888 mit dem SC Victoria Hamburg (früher FC Victoria 1895 Hamburg). 1918-1918: Kriegs­spielgemeinschaft (Germania/Concordia Hamburg) des SC Germania 1887 mit dem SC Concordia 1907 Wandsbek. 1919: Anschluß des FC Falke 06 Eppendorf an den Hamburger SV 1888. 1919: Fusion zwischen dem Hamburger SV 1888 und dem SC Germania 1887 zum Hamburger SV, anfangs mit dem Zusatz „Hamburg 88-Germania-Falke“. Und das, obwohl Germanias Heimatstadt Wandsbek zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht zu Hamburg gehörte. 1934: Änderung des Gründungsjahrs von 1888 auf 1887. 2014: Abspaltung eines Hamburger FC Falke, Umgangsbezeichnung HFC Falke.


Darmstadt 98
1898: Gründung des FK Olympia 1898 Darmstadt. Die K-Schreibweise dieses und auch der anderen Klubs wird in der Vereinsgeschichte von Darmstadt 98 so transportiert, dürfte aber ein Trugschluß wie in „Vertiefungen / Club vs. Klub“ beschrieben sein. Von Olympia gibt es sogar zwei mit „F. C. Olympia“ beschriftete Photos. 1900: Gründung des FK Viktoria 1900 Darmstadt. 1901: Gründung des Darmstädter FC Kickers 1901. 1903: Gründung des FK Germania 1903 Darmstadt. 1905: Fusion zwischen dem Darmstädter FC Kickers 1901 und dem FK Germania 1903 Darmstadt zum Darmstädter SC 1905. 1905: Auflösung des FK Viktoria 1900 Darmstadt. Die Mitglieder schlossen sich teils dem Darmstädter SC 1905, teils dem FK Olympia 1898 Darmstadt an. 1917-1918: Kriegsspielgemein­schaft (Name unbekannt) zwischen dem FK Olympia 1898 Darmstadt und dem Darmstädter SC 1905. 1919: Umbenennung des FK Olympia 1898 Darmstadt in RSV Olympia 1898 Darmstadt. 1919: Fusion zwischen dem RSV Olympia 1898 Darmstadt und dem Darmstädter SC 1905 zum SV Darmstadt 1898.


Eintracht Frankfurt
1899: Gründung des Frankfurter FC Victoria 1899 durch Abtrünnige des Frankfurter FC Germania 1894. 1899: Gründung einer „Spielgesellschaft“. 1899: Umbenennung der „Spielgesellschaft“ in Frankfurter FC 1899. 1899: Gründung des FC Frankfurter Kickers. 1900: Fusion zwischen dem Frankfurter FC 1899 und dem FC Frankfurter Kickers zum „Frankfurter FC 1899-Kickers“. 1904: Umbenennung des „Frankfurter FC 1899-Kickers“ in FC Frankfurter Kickers. 19??: Gründung des FV Frankfurt. 1906: Gründung der FG Union 06 Frankfurt (FG = Fußballgesellschaft). 1908: Fusion zwischen dem FC Frankfurter Kickers und dem FV Frankfurt zum FV Frankfurter Kickers. 1910: Aufnahme des Fußballspiels im „Turnsportverein Frankfurt“ (ohne Kürzel). 1911: Fusion zwischen dem Frankfurter FC Victoria 1899 und dem FV Frankfurter Kickers zum Frankfurter FV. In Klammern wurde der Zusatz „Kickers-Victoria“ geführt. 1913: Anschluß des „Turnsportverein Frankfurt“ an den Frankfurter FV. Im Jahr darauf wurde der Zusatz auf „Kickers-Victoria-Turnsportverein“ erweitert. 1919: Anschluß der FG Union 06 Frankfurt an den Frankfurter FV. 1920: Fusion zwischen dem Frankfurter FV und dem Turnverein Frankfurter TG 1861 (TG = Turngemeinde) zur Frankfurter TuSG Eintracht 1861 (TuSG = Turn- und Sportgemeinde). 1927: Aufspaltung der Frankfurter TuSG Eintracht 1861 in den Fußballverein Frankfurter SG Eintracht 1899 (SG = Sportgemeinde) und den Turnverein Frankfurter TG Eintracht 1861, also Aufhebung der Fusion von 1920 (als späte Folge der deutschlandweiten „Reinlichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern). Der Fußballverein führte in Klammern den Zusatz „FFV“. 1944-1945: Kriegs­spielgemeinschaft (KSG FSV/Eintracht Frankfurt) der Frankfurter SG Eintracht 1899 mit dem FSV Frankfurt. 1945: Auf alliiertes Geheiß Zwangsauflösung der Frankfurter SG Eintracht 1899 und Zwangsgründung der SG Frankfurt (SG = ?). 1945: Um-/Rückbenennung in Frankfurter SG Eintracht. 1968: Fusion zwischen der Frankfurter SG Eintracht und der fußballosen Frankfurter TuFG Eintracht 1861 (TuFG = Turn- und Fechtgemeinde; früher Frankfurter TG Eintracht 1861) zu Eintracht Frankfurt (ohne Bezeichnungsname).


Schalke 04
1904: Gründung des SV Westfalia Schalke. 1912: Anschluß an den Turnverein TV Schalke 1877, um mit seriöserem Erscheinungsbild in den Verband aufgenommen zu werden. 1915: Abspaltung der Fußballabteilung als SV Westfalia Schalke. 1919: Erneute Fusion zwischen dem SV Westfalia Schalke und dem Turnverein TV Schalke 1877 zu TuS Schalke 1877. 1924: Abspaltung der Fußballabteilung als FC Schalke 04 (im Zuge der deutschlandweiten „Rein­lichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern). 1928: Umbenennung des FC Schalke 04 in FC Gelsenkirchen-Schalke 04 (Schalke ist ein Stadtteil Gelsenkirchens); im Wappen erkennt man bei genauem Hinsehen auch ein riesiges „G“.


Bayer Leverkusen
1907: Aufnahme des Fußballspiels im Werksverein „TuS der Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co. 1904 Leverkusen“ (TuS = Turn- und Spielverein; Leverkusen war der Name einer Werkssiedlung - zum Stadtnamen wurde er erst 1930). Die Umgangsbezeichnung lautete TuS 04 Leverkusen. 1923: Abspaltung der Fußballabteilung als FV 04 Leverkusen (im Zuge der deutschlandweiten „Reinlichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern). 1928: Fusion zwischen dem FV 04 Leverkusen und dem Boxverein BSV Wiesdorf zur SpVg 04 Leverkusen (SpVg = Sportvereinigung). 1935: Umbildung in einen Werksverein und daher Umbenennung der SpVg 04 Leverkusen in SV Bayer 04 Leverkusen (SV = Sportvereinigung). 1938: Anschluß der SV Bayer 04 Leverkusen an die wohl schon bestehende „BSG der IG Farben­industrie AG 04 Leverkusen“ (BSG = Betriebssportgemeinschaft, IG = Interessen­gemeinschaft, AG = Aktien­gesellschaft), Umgangsbezeichnung BSG 04 Leverkusen. Die Firma Bayer war zu der Zeit mit den anderen deutschen Chemie-Firmen in jener IG zusammengeschlossen. 1940: Umgestaltung und Umbenennung in „KSG der IG Farben­industrie AG 04 Leverkusen“ (KSG = Kriegssportgemeinschaft), Umgangsbezeichnung KSG 04 Leverkusen. 1943: Umbenennung in oder Abspaltung der SV Bayer 04 Leverkusen. 1945: Umbenennung in SpVg 04 Leverkusen. 1948: Zum dritten Mal Umbenennung in SV Bayer 04 Leverkusen. Hiermit auch Einführung der Kurzform „Bayer 04“. 1984: Fusion zwischen der SV Bayer 04 Leverkusen und dem fußballosen Klub „TuS 1904 der Bayer AG Leverkusen“ (= TuS 04 Leverkusen) zum TSV Bayer 04 Leverkusen.


TSG Hoffenheim
1920 oder 1921 (unklar): Gründung des FV Hoffenheim. 1945: Fusion zwischen dem FV Hoffenheim und dem Turnverein TV 1899 Hoffenheim zur TSG 1899 Hoffenheim (satzungsgemäß: TSG Hoffenheim 1899). 2007: Schlagartig extreme Prägung der Jahreszahl zugunsten der mittleren Fassung „1899 Hoffenheim“. 2014-2015: Allmählich erneute Umgewichtung zurück zur mittleren Fassung „TSG Hoffenheim“.


VfL Wolfsburg
1945: Gründung des VSK Wolfsburg (VSK = Volkssport- und Kulturverein). 1945: Umbenennung in VfL Volkswagenwerk (ohne Ortsname). 1945: Umbenennung in VfL Wolfsburg. 1945: Abspaltung eines Teils der Fußballer als 1.FC Wolfsburg. Keine Tippfehler – sämtliche Vorkommnisse ereigneten sich binnen weniger Monate.




1.FC Köln
189?: Aufnahme des Fußballspiels in der Cölner Turnerschaft 1843. „Cöln“ war bis 1901 die übliche Schreibweise für die Stadt. 1899: Abspaltung der Fußballabteilung als FC Borussia 99 Cöln. 1901: Abspaltung eines Kölner BC 01 vom FC Borussia 99 Köln. Nach seinem Herkunftsstadtteil führte dieser Verein offenbar auch den Schattennamen „Klettenberger BC 01“. 1907: Gründung des Sülzer SV 07 (Sülz ist ein Stadtteil Kölns). 1908: Gründung des FC Hertha Sülz. 1919: Fusion zwischen dem Sülzer SV 07 und dem FC Hertha Sülz zur SpVgg Sülz 07. 1943-1945: Kriegs­spielgemeinschaft (VfL 99/ Sülz 07 Köln) der SpVgg Sülz 07 mit dem VfL Köln 1899. 1948: Fusion zwischen dem Kölner BC 01 und der SpVgg Sülz 07 zum 1.FC Köln 01/07. Man beachte den Widerspruch zwischen dem offiziellen Gründungsjahr und den nachrangig im Vereinsnamen geführten Jahreszahlen.


FC Augsburg
1903: Aufnahme des Fußballspiels im MTV Augsburg. 1903 oder 1907 (unklar): Aufnahme des Fußballspiels im TV Augsburg 1847. 1905: Gründung des FC 1905 Pfersee (Pfersee ist ein damals noch nicht eingemeindeter Stadtteil Augsburgs). 1907: Gründung des FC Allemannia Augsburg. 1907: Abspaltung eines FC Augsburg vom TV Augsburg 1847. 190?: Aufnahme des Fußballspiels im TV 1871 Oberhausen (Oberhausen ist ein damals noch nicht eingemeindeter Stadtteil Augsburgs). 1909: Anschluß des FC Allemannia Augsburg an den TV 1871 Oberhausen, daraufhin Auftreten dessen Fußballabteilung als „Sp.Abt. des TV Oberhausen“ (Sp.Abt. = Spielabteilung). 1909: Umbenennung des FC 1905 Pfersee in SV Augsburg (obwohl Pfersee noch nicht zu Augsburg gehörte). 1910: Gründung des FC Viktoria Augsburg. 1916: Aufnahme des Fußballspiels im TV Kriegshaber (Kriegshaber ist ein Stadtteil Augsburgs). 19??: Aufnahme des Fußballspiels im TV Stadtbach (Stadtbach ist ein Gewässername in Augsburg). 1919: Anschlüsse des MTV Augsburg und des SV Augsburg an den TV Augsburg 1847, daraufhin Auftreten dessen Fußballabteilung als Schwaben Augsburg (ohne Bezeichnungsname). 1919: Anschluß des FC Viktoria Augsburg an den Turnverein TV Jahn Augsburg. 1919: Abspaltung der Fußballabteilung des TV Stadtbach als FC Stadtbach. 19??: Umbenennung des FC Augsburg in SSV Augsburg. 1920: Fusion des TV 1871 Oberhausen mit dem Turnverein TV Augsburg (der sich zur Unterscheidung vom TV Augsburg 1847 „TV Augsburg II“ nannte) zum TSV 1871 Augsburg. Umbenennung der Fußballabteilung „Sp.Abt. des TV Oberhausen“ in „BC des TSV 1871 Augsburg“. 1921: Abspaltung der Fußballabteilung des TSV 1871 Augsburg als BC Augsburg. 1921: Aufnahme des Fußballspiels im TV Göggingen (Göggingen ist ein damals noch nicht eingemeindeter Stadtteil Augsburgs). 1924: Abspaltung der Fußballabteilung des TV Augsburg 1847, Schwaben Augsburg, als SV Schwaben Augsburg (im Zuge der deutschlandweiten „Reinlichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern). 1924: Abspaltung der Fußballabteilung des TV Jahn Augsburg als FC Viktoria Augsburg („Reinliche Scheidung“). 1924: Abspaltung der Fußballabteilung des TV Kriegshaber als SV Kriegshaber („Reinliche Scheidung“). 1924: Abspaltung der Fußballabteilung des TV Göggingen als FV Göggingen („Reinliche Scheidung“). 1924: Fusion zwischen dem FC Viktoria Augsburg und dem FV Göggingen zum FV Viktoria Augsburg-Göggingen. 1925: Fusion zwischen dem SV Schwaben Augsburg und dem SSV Augsburg zum SSV Schwaben Augsburg. 1927: Um­benennung des FV Viktoria Augsburg-Göggingen in FV Viktoria Augsburg. 1930: Umbenennung des FC Stadtbach in VfL Teutonia Augsburg (sehr ungewiß). 1934: Fusion zwischen dem VfL Teutonia Augsburg und dem vermutlich fußballosen TV Stadtbach zum TSV Stadtbach 1896. 1934: Anschluß des FV Viktoria Augsburg an den fußballosen TV Augsburg 1847. 1935: Anschluß des SV Kriegshaber an den BC Augsburg. 1938: Anschluß des TSV Stadtbach 1896 an den BC Augsburg. 1941: Auf Geheiß des NS-Regimes Zwangsfusion zwischen dem SSV Schwaben Augsburg und dem TV Augsburg 1847 zum TSV 1847 Schwaben Augsburg. 1943-1945: Kriegs­spielgemeinschaft (KSG BC/Post Augsburg) des BC Augsburg mit der Post-SG Augsburg. 1945: Auflösung des TSV 1847 Schwaben Augsburg. 1946: Wiedergründung des TSV 1847 Schwaben Augsburg. 1969: Fusion zwischen dem BC Augsburg und der 1. Mannschaft des TSV 1847 Schwaben Augsburg zum FC Augsburg 1907. Der weiter­bestehende TSV 1847 Schwaben Augsburg verpflichtete sich per Satzung, fortan im Amateurbereich zu verbleiben.




FC Ingolstadt
1905: Aufnahme des Fußballspiels im MTV 1881 Ingolstadt. 19??: Aufnahme des Fußballspiels im TV 1861 Ingolstadt. 1919: Gründung des FC Viktoria Ingolstadt. 1919: Gründung des FC Freiheit Ringsee (Ringsee ist ein damals noch nicht eingemeindeter Stadtteil Ingolstadts). 1920: Gründung der SpVgg Ringsee. 1920: Fusion zwischen dem FC Freiheit Ringsee und der SpVgg Ringsee sowie drei Geselligkeitsvereinen zum TV Ringsee. 1921: Fusion zwischen dem FC Viktoria Ingolstadt und der Fußballabteilung des TV 1861 Ingolstadt zum VfR Ingolstadt (beim TV 1861 entstand später wieder eine Fußballabteilung). 1924: Abspaltung der Fußballabteilung des TV Ringsee als SpVgg Ringsee (im Zuge der deutschlandweiten „Reinlichen Scheidung“ zwischen Turnern und Fußballern). Da unbekannt ist, wann in der Linie des TV Ringsee das Fußballspiel wieder aufgenommen wurde, bearbeiten wir diese hier vorsichtshalber weiter. 1925: Abspaltung der Fußballabteilung des MTV 1881 Ingolstadt als SV Ingolstadt („Reinliche Scheidung“). 1925: Fusion zwischen dem VfR Ingolstadt und der SpVgg Ringsee zum VfB Ingolstadt-Ringsee (VfB = Verein für Ballspiele; Ringsee gehörte wohlgemerkt noch lange nicht zu Ingolstadt). 1930: Umbenennung des TV Ringsee in RTSV Ingolstadt-Ringsee (RTSV = Reichsbahn- Turn- und Sportverein). 1932: Rückkehr des SV Ingolstadt zum MTV 1881 Ingolstadt. 1940: Umbenennung des RTSV Ingolstadt-Ringsee in RSG Ingolstadt-Süd (RSG = Reichsbahn-Sportgemeinschaft). 1943-1945: Kriegs­spielgemeinschaft (KSG Ingolstadt) zwischen dem MTV 1881 Ingolstadt und dem VfB Ingolstadt-Ringsee. 1945: Um­benennung der RSG Ingolstadt-Süd in TSV Ingolstadt-Ringsee. 1946: Neugründung des MTV 1881 Ingolstadt als SSV Ingolstadt 1881 (SSV = Städtischer Sportverein). 1946: Fusion zwischen dem VfB Ingolstadt-Ringsee und dem TSV Ingolstadt-Ringsee zum VfL Ingolstadt-Ringsee. 1946: Rückbenennung des SSV Ingolstadt 1881 in MTV 1881 Ingolstadt. 1951: Umbenennung des VfL Ingolstadt-Ringsee in ESV Ingolstadt-Ringsee (ESV = Erster Sportverein). Es handelte sich um einen Tarnnamen, da einerseits die Eisenbahn als Förderer das E im Namen sehen wollte, andererseits der Verband das Wort „Eisenbahn“ als Sponsorenname zu der Zeit nicht duldete. 1953: Umbenennung des ESV Ingolstadt-Ringsee in ESV Ingolstadt-Ringsee (nunmehr: ESV = Eisenbahner-Sportverein). 2004: Ausgliederung der Herrenmannschaften des MTV 1881 Ingolstadt und der Fußballabteilung des ESV Ingolstadt-Ringsee zwecks Fusion zum FC Ingolstadt 04 (der MTV 1881 Ingolstadt hat seit 2009 wieder eine Herrenmannschaft).